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  1. MV am 10.10.2026
  2. Antrag von Mitgliedern

NATO-Beitritt Österreichs für Frieden und Sicherheit

  • PDF-Version
Achtung: dies ist eine alte Fassung; die aktuelle Fassung gibt es hier:
Österreichische Sicherheit. In und mit Europa.
Veranstaltung:NEOS Mitgliederversammlung am 10.10.2026 in Linz
Tagesordnungspunkt:6 Anträge von Mitgliedern
Antragsteller_in:Alexander List
Status:Modifiziert
Eingereicht:14.09.2026, 14:35

Antragstext

Die Mitgliederversammlung möge beschließen:

1. NATO-Beitritt
NEOS treten für den frühestmöglichen Beitritt der Republik Österreich zur NATO
ein.
Begutachtungsentwurf | NEOS-Mitgliederversammlung 10. Oktober 2026

2. Aufhebung des Neutralitätsgesetzes
NEOS treten dafür ein, das Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität
Österreichs aufzuheben und damit die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen für
eine volle österreichische Bündnisfähigkeit zu schaffen.

3. Verteidigungs- und Bündnisfähigkeit
Österreich soll sein Bundesheer so ausstatten und organisieren, dass es die für
eine glaubwürdige Landes- und Bündnisverteidigung erforderlichen Fähigkeiten
bereitstellen und die vereinbarten NATO-Fähigkeitsziele erfüllen kann. Dazu
gehören insbesondere ausreichendes Personal, moderne Ausrüstung, Luft- und
Raketenabwehr, Cyberverteidigung, Aufklärung, Logistik, Durchhaltefähigkeit und
Interoperabilität mit den Streitkräften unserer europäischen Partner.

4. Fairer Beitrag zur gemeinsamen Sicherheit
Österreich soll im Fall eines NATO-Beitritts einen angemessenen Beitrag zur
gemeinsamen Verteidigung leisten und sich an den jeweils geltenden gemeinsamen
Verteidigungs-, Fähigkeits- und Investitionszielen der Allianz orientieren.

5. Integration bereits vor einem Beitritt vertiefen
Bis zu einem möglichen Beitritt soll Österreich die bestehende Zusammenarbeit
mit der NATO und seinen europäischen Partnern konsequent ausbauen. Dazu zählen
insbesondere gemeinsame Beschaffung, Übungen, Fähigkeitsentwicklung,
Nachrichtendienstkooperation, die Partnerschaft für den Frieden und Projekte der
integrierten europäischen Luftverteidigung.

6. Europäische Verteidigungsfähigkeit innerhalb der NATO stärken
Langfristiges Ziel ist ein Europa, das seine Sicherheit nötigenfalls weitgehend
aus eigenen Fähigkeiten gewährleisten kann. NEOS treten daher für einen starken,
eigenständig handlungsfähigen europäischen Pfeiler innerhalb der NATO ein. Die
schrittweise stärkere Integration europäischer Streitkräfte, gemeinsame
Kommandostrukturen, Beschaffung, Logistik und Fähigkeitsplanung sind dafür
weiterzuentwickeln.

Kosten-Nutzen-Einschätzung
Der Beschluss selbst verursacht keine unmittelbaren Kosten. Eine glaubwürdige
österreichische Verteidigungsfähigkeit erfordert unabhängig vom gewählten
sicherheitspolitischen Modell erhebliche Investitionen. Bündnisintegration
ermöglicht gemeinsame Planung, Spezialisierung, gemeinsame Beschaffung und
Arbeitsteilung und kann dadurch die Wirkung der eingesetzten Mittel erhöhen.
Die konkreten finanziellen Verpflichtungen eines künftigen NATO-Beitritts wären
im Rahmen des Beitrittsprozesses und der jeweils geltenden NATO-Fähigkeits- und
Investitionsziele festzulegen.

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Das Kommentieren ist möglich: von 16.09.2026, 10:00 bis 23.09.2026, 09:59

Begründung

Herkunft und Weiterentwicklung. Ausgangspunkt dieses Entwurfs ist der am 27. Oktober 2024 vom XXX. Bundeskongress von JUNOS - Junge liberale NEOS beschlossene Antrag „Am Tisch statt auf der Speisekarte - NATO-Beitritt Österreichs für Frieden und Sicherheit!“. Der Entwurf übernimmt die zentralen politischen Forderungen des JUNOS-Beschlusses und entwickelt dessen sicherheits- und verteidigungspolitische Ausgestaltung unter Berücksichtigung der seit 2024 geänderten NATO- und ALDE-Beschlusslage weiter.
Begründung

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Zunahme hybrider Bedrohungen haben die europäische Sicherheitsordnung grundlegend verändert. Österreich kann seine Sicherheit nicht isoliert gewährleisten. Als neutraler Staat verfügt Österreich über keine mit Artikel 5 des Nordatlantikvertrags vergleichbare vertragliche Schutzgarantie, ist aber zugleich unmittelbar von der Verteidigungsfähigkeit seiner europäischen Partner abhängig.

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Für einen kleinen europäischen Staat ist eine eigenständige Verteidigung über das gesamte notwendige Fähigkeitsspektrum weder militärisch sinnvoll noch wirtschaftlich effizient. Gemeinsame Planung, Arbeitsteilung, Ausbildung, Beschaffung, Luftverteidigung, Aufklärung, Logistik und interoperable Streitkräfte erhöhen die Sicherheit aller beteiligten Staaten.

Die österreichische Neutralität ist ein Rechtsstatus, aber keine Beistandsgarantie und keine Verteidigungsstrategie. Artikel I Absatz 2 des Neutralitätsgesetzes untersagt Österreich den Beitritt zu militärischen Bündnissen. Diese strategische Festlegung soll unter den heutigen sicherheitspolitischen Bedingungen neu entschieden werden.

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Die europäische liberale Parteienfamilie hat die Rolle der NATO inzwischen sehr klar beschrieben. Der ALDE Party Council beschloss im Juni 2025: “That NATO is central to the defence of Europe and Article 5 is the cornerstone of our collective security.” Der ALDE Party Congress in Wien beschloss im Juli 2026: “a stronger European defence capability ought to complement and strengthen NATO” und fordert für eine künftige European Armed Force ausdrücklich “fully interoperable with NATO”.

Eine vertiefte Europäische Verteidigungsunion und eine österreichische NATO-Mitgliedschaft sind daher keine konkurrierenden Projekte. Österreich kann an beiden mitwirken und damit zugleich europäische Handlungsfähigkeit, kollektive Abschreckung und die eigene Mitsprache stärken.

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