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  2. Hauptantrag

„Reformen werden aus Mut gemacht”

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Veranstaltung:Landesmitgliederversammlung Tirol 02.10.2026
Tagesordnungspunkt:3 Anträge - NEOS Tirol Wahlprogramm
Antragsteller_in:Birgit Obermüller, Susanna Riedlsperger, Markus Moser, Julian Pfurtscheller, Marc-André Leitgeb-Mayer, Bernhard Huber, Dietmar Czernich, Mario Toferer, Dietmar Lackner, Laura Flür, Johannes Gasteiger, Martin Klingenschmid, Stefan Stillebacher
Status:Eingereicht
Eingereicht:03.09.2026, 08:26

Antragstext

Freiheit beginnt mit Bildung. Vertrauen beginnt mit Transparenz. Wohlstand
beginnt mit Mut.

Wir wollen ein Tirol, in dem es darauf ankommt, was man kann, nicht wen man
kennt, Politik nachvollziehbar handelt und Leistung wieder belohnt wird. Für uns
NEOS gehören Freiheit und Verantwortung zusammen: Der Staat soll Chancen
eröffnen, klare Regeln setzen und dort verlässlich helfen, wo Menschen wirklich
Unterstützung brauchen. Er soll aber nicht bevormunden, durch Bürokratie bremsen
oder Macht hinter verschlossenen Türen verteilen. Die beste Bildung für alle und
echte Chancengerechtigkeit sind der Schlüssel für ein zukunftsfittes Tirol.


Wir verbinden diese Chancengerechtigkeit mit Eigenverantwortung, wirksame Hilfe
mit klaren Regeln und ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Vernunft.
Das Land soll sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren, Entscheidungen erklären
und Ergebnisse messbar machen. So entsteht ein Tirol, das Familien entlastet,
Betrieben Freiraum gibt, soziale Sicherheit gewährleistet und seine einzigartige
Natur für kommende Generationen bewahrt.

Die Tiroler Landespolitik soll sich mit den Herausforderungen und Themen
beschäftigen, die sie in Tirol selbst bewältigen und lösen kann. Daher
beschäftigen wir uns auch in unserem Tiroler Wahlprogramm vorrangig mit jenen
Bereichen, die in der Kompetenz des Landes liegen.

Bildung ist der Grundstein für Alles

Jedes Kind muss die Chance haben, seine Talente zu entfalten - unabhängig vom
Einkommen der Eltern, der Herkunft oder dem Wohnort. Bildung entscheidet
darüber, ob Menschen ihr Leben selbst gestalten können. Deshalb beginnt unsere
Bildungspolitik bei den Jüngsten und reicht bis zur beruflichen Weiterbildung,
Hochschule und Spitzenforschung.

Kinderkrippen und Kindergärten: Chancen von Anfang an


Gute Elementarpädagogik ist der erste und wichtigste Baustein für
Chancengerechtigkeit. Wir wollen einen echten Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung
ab dem ersten Lebensjahr, keine faulen Kompromisse. Dieser Anspruch muss erst
recht auch für chronisch kranke Kinder und Kinder mit komplexen Behinderungen
gelten. Eltern brauchen verlässliche Öffnungszeiten, leistbare Beiträge und die
Sicherheit, dass ein Betreuungsplatz tatsächlich zur Verfügung steht. Private
Kinderbetreuungseinrichtungen sollen nach einheitlichen und planbaren Kriterien
gefördert werden, damit Qualität nicht von kurzfristigen Entscheidungen
einzelner Gemeinden abhängt.

Qualität braucht ausreichend Personal. Unser Ziel ist eine Kindergartenpädagogin
und zwei Assistenzpädagog:innen in jeder Gruppe. Dadurch bleibt mehr Zeit für
jedes Kind, während aufwendige Einzelanforderungen für zusätzliches
Unterstützungspersonal reduziert werden können. Die Inklusionsberatung wird
ausgebaut und Einrichtungen erhalten rascher fachliche Unterstützung.
Deutschförderung beginnt verbindlich im Kindergarten. Eltern übernehmen
Verantwortung, indem sie an Entwicklungsgesprächen teilnehmen und gemeinsam mit
den Pädagog:innen den Bildungsweg ihres Kindes begleiten.

Mit einem digitalen Tiroler Chancenkonto schaffen wir für jedes Kind eine
übersichtliche Bildungs- und Förderbegleitung. Es handelt sich nicht um ein
Geldkonto für Eltern, sondern um ein Instrument, das Förderangebote,
Talententwicklung und individuelle Bildungschancen zusammenführt. So können
Unterstützungsbedarfe früher erkannt, Übergänge besser begleitet und vorhandene
Angebote zielgerichteter eingesetzt werden. Zugleich entlastet eine verlässliche
Kinderbetreuung Familien und stärkt Tirol als Wirtschaftsstandort, weil
insbesondere Frauen nicht länger zwischen Beruf und Betreuung wählen müssen.

Schulen, die gerne besucht werden

Unsere Schulen sollen Orte sein, an denen Kinder gerne lernen und Pädagog:innen
gut arbeiten können. Schulsozialarbeit wird an allen Schulen etabliert, damit
soziale Probleme früh erkannt und Lehrkräfte entlastet werden. Ganztagsschulen
werden tirolweit ausgebaut und beginnend mit der ersten Klasse der Volksschule
entwickeln wir schrittweise einen Rechtsanspruch auf einen
Nachmittagsbetreuungsplatz. Schulsprengel sollen liberalisiert werden, damit
Eltern mehr Wahlmöglichkeiten erhalten und Schulen stärker eigene Profile
entwickeln können.

Inklusion muss in der Praxis funktionieren. Die nötigen Ressourcen für
Schulassistenz werden in einer praxistauglichen Reform des Tiroler
Teilhabegesetzes verankert. Gleichzeitig bauen wir die Kinder- und Jugendhilfe
personell aus, damit Familien rechtzeitig Unterstützung bekommen. Für
suspendierte Schüler:innen schaffen wir ein innovatives Begleitangebot, das etwa
Evolutionspädagogik, tiergestützte Angebot und sozialpädagogische Betreuung
verbindet. Ziel ist nicht bloße Ausgrenzung, sondern eine tragfähige Rückkehr in
Schule und Alltag. Denn in jedem Kind schlummern verborgene Talente!

Tirol soll Pilotregionen für neue und mutige Schulmodelle ermöglichen.
Pädagogische Innovation darf nicht an starren Vorgaben scheitern. Freie Schulen
mit Öffentlichkeitsrecht werden ausreichend finanziell abgesichert, wenn sie
überprüfbare Qualitätsstandards erfüllen. Lehrerstellen vergibt die
Bildungsdirektion tatsächlich nach fachlichen Kriterien. Auch bei Direktionen
und anderen Führungspositionen muss Kompetenz an die Stelle der Parteibuchlogik
treten. Postenschacher schadet Kindern, Pädagog:innen und dem Vertrauen in
öffentliche Institutionen. Gerdade im Bildungsbereich braucht es die besten
Köpfe, nicht die mit den besten Kontakten.

Berufliche Bildung, Hochschulen und Forschung

Die duale Lehrlingsausbildung ist eine Stärke Tirols und wird gezielt ausgebaut.
Berufsschulen werden modernisiert und ins digitale Zeitalter geführt. Lehrberufe
in Informatik, Coding und App-Entwicklung erhalten mehr Gewicht, traditionelle
Lehrberufe werden technisch und pädagogisch weiterentwickelt. Ein Bildungsscheck
erleichtert Fort- und Weiterbildung und macht lebenslanges Lernen für
Beschäftigte sowie Selbstständige leistbar. Berufsorientierung beginnt früher
und zeigt jungen Menschen gleichwertig akademische und berufliche Bildungswege.
Pilotregionen für innovative Schulmodelle – wie beispielsweise die Bezauer
WirtschaftsSchulen - werden ermöglicht.

Für Tirols Hochschulen entwickeln wir eine gemeinsame, ganzheitliche Strategie,
keinen Fleckerlteppich. Studienangebote, Forschungsschwerpunkte und
Infrastruktur sollen aufeinander abgestimmt werden, anstatt Institutionen
gegeneinander arbeiten zu lassen. Für besonders überlaufene Studien sind
transparente Aufnahmeverfahren sinnvoll.

Der MCI-Neubau wird umgesetzt, unseren Wirtschaftsstandort zu stärken und
nachhaltig aufrechtzuerhalten. Das ewige Hin und Her schadet Tirol.
Spitzenforschung, wie sie auch am MCI erfolgt, braucht ausreichende und
langfristig planbare Mittel, denn wissenschaftliche Exzellenz,
Unternehmensgründungen und hochqualifizierte Arbeitsplätze gehören zusammen.

Ein transparenter Staat, der funktioniert

Tirol braucht eine Verwaltung, die einfach, schnell und transparent arbeitet.
Weniger Bürokratie bedeutet mehr Zeit für Menschen und Betriebe, geringere
Kosten und klarere Verantwortung. Digitalisierung und künstliche Intelligenz
sind dabei wichtige Werkzeuge. Tirol darf sich davor nicht verschließen.

Verwaltung modernisieren und entbürokratisieren


Wir verschlanken den Verwaltungsapparat auf allen Ebenen erheblich und legen
Abteilungen zusammen, wenn Aufgaben doppelt erledigt werden. Wir wollen
Leistungsziele und Leistungskontrolle auch für öffentlich Bedienstete einführen
und wollen dadurch den Personalstand erheblich auf ein zeitgemäßes Maß
reduzieren. Gesetze und Verordnungen werden nach dem Prinzip 'one in, one out'
entrümpelt: Für jede neue Regelung oder Richtlinie muss mindestens eine
bestehende entfallen. Für eine Entbürokratisierung auf allen Ebenen braucht es
Mut, Entschlossenheit und vor allem den Willen, alte und gewachsene Strukturen
konsequent aufzubrechen. Die Koordination zwischen Behörden wird digitalisiert
und auf one-stop-Shops gesetzt, statt Menschen von Stelle zu Stelle zu schicken.
Zukünftig soll es eine zentrale analoge Anlaufstelle für Bürger:innen geben, die
Menschen dabei hilft, sich in der digitalen Verwaltung zurecht zu finden.
(„Digital by Default“).

Sparen beginnt in der Politik

Wer von den Menschen einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeld verlangt,
muss bei sich selbst beginnen. Wir setzen uns deshalb für eine deutliche Kürzung
der Parteienförderung ein. Gleichzeitig wollen wir sicherstellen, dass jeder
Euro, den Parteien aus öffentlichen Mitteln erhalten, transparent und
nachvollziehbar verwendet wird. Einnahmen, Ausgaben und Rücklagen müssen nach
einheitlichen Standards offengelegt und für alle Bürgerinnen und Bürger leicht
zugänglich veröffentlicht werden.

Transparenz als Grundprinzip

Verwaltung, Genehmigungsverfahren und Förderungen werden vollständig transparent
und so weit wie technisch möglich digitalisiert. Wir sprechen uns gegen die
unkontrollierte Zuweisung von Mitteln an die Gemeinden aus GAF-Mitteln aus und
fordern hierfür objektive Kriterien statt einer politischen Handkassa des
Landeshauptmanns. Entscheidungswege und Ergebnisse sind öffentlich
nachvollziehbar. Ein Regierungsmonitor zeigt, welche Vorhaben angekündigt,
begonnen, verzögert oder abgeschlossen wurden. Beim Umgang mit öffentlichen
Mitteln muss Transparenz und Nachvollziehbarkeit an erster Stelle stehen. Das
gilt ganz besonders bei der Vergabe und Abwicklung von öffentlichen Aufträgen
auf allen Ebenen. Führungspositionen im öffentlichen Bereich werden nach
fachlicher Qualifikation besetzt, nicht nach Parteizugehörigkeit.

Starke Gemeinden durch Fusionen

Nirgendwo ist Politik unmittelbarer spürbar als in der Gemeinde. Deshalb
bereinigen wir Kompetenzen zwischen Land und Gemeinden und stärken die regionale
Zusammenarbeit. Gemeindefusionen und Kooperationen werden aktiv forciert, wenn
sie Leistungen verbessern, Verwaltungskosten senken und einen Mehrwert für die
Bevölkerung bieten. Gemeinden in finanzieller Schieflage erhalten verbindliche
Sanierungskonzepte statt kurzfristiger Einzelhilfen.

Widmungsentscheidungen müssen unabhängig, transparent und frei von lokalen
Interessenkonflikten getroffen werden. Die Gemeindeaufsicht wird gestärkt und zu
echter Kontrolle befähigt. Künstliche Intelligenz kann bei der Erstellung von
Raumordnungsprogrammen Daten auswerten und Varianten sichtbar machen, die
politische Entscheidung aber nicht ersetzen. Raumordnungsverträge werden nach
landesweit einheitlichen Richtlinien für alle Bürger:innen öffentlich zugänglich
gemacht.

Unternehmertum ermöglichen, Wohlstand sichern

Wir wollen den Unternehmergeist nach Tirol zurückbringen. Tirols
Unternehmerinnen und Unternehmer schaffen Arbeitsplätze, Innovation und
Wohlstand. Politik soll faire Rahmenbedingungen schaffen, statt Betriebe durch
Bürokratie und sinnlose Vorschriften auszubremsen oder einzelne Marktteilnehmer
mit intransparenten Förderungen zu bevorzugen. Tirol braucht eine ausgewogene
Wirtschaftspolitik, die sich nicht nur auf den Tourismus konzentriert. Gewerbe,
Handel und die Industrie sind als gleichwertige Wirtschaftsfaktoren mit teils
höherer Wertschöpfung zu sehen. Unternehmen, unabhängig in welcher Branche,
brauchen mehr Freiheit und Spielräume, nicht noch mehr Vorschriften und Regeln.


Weniger Bürokratie, mehr Wettbewerb

Wir automatisieren Verwaltungsprozesse und setzen uns für eine Liberalisierung
der Berufsausübung ein sowie für möglichst einheitliche Vorschriften in allen
Bundesländern. Wirtschaftsförderungen werden radikal vereinfacht und auf
Wirksamkeit geprüft, damit sie nicht zu unfairen Wettbewerbsvorteilen führen.
Ladenöffnungszeiten werden liberalisiert und die Öffnung an Sonn- und Feiertagen
einfacher ermöglicht. Ein digitaler One-Stop-Shop begleitet Betriebe durch
sämtliche Behördenwege.

Interkommunale Gewerbegebiete mit geteilter Kommunalsteuer fördern die
wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Gemeinden. Eine tirolweite
Gewerbeleerstands- und Flächendatenbank macht verfügbare Standorte sichtbar. Die
Standortagentur wird entpolitisiert, zum Dienstleister für das regionale
Standortmarketing und unterstützt eine entsprechend strategisch ausgerichtete
Unternehmensansiedelung. Sie bietet einen Werkzeugkasten für Orts- und
Stadtmarketing, Schulungen für Ehrenamtliche sowie geteilte Standortmanager für
mehrere Regionen - Professionalisierung ohne neue Parallelstrukturen. Die
Lebensraum Tirol GmbH wird von uns als teure Doppelstruktur gesehen und soll in
ihrer derzeitigen Form ersatzlos gestrichen werden. Die dort budgetierten Mittel
werden der Standortagentur zur Ansiedelung von innovativen Unternehmen
zugewiesen.

Digitalisierung, Gründungen und Betriebsnachfolge

Glasfaser und 5G werden bis 2030 flächendeckend ausgebaut. Die Tiroler
Digitalisierungsförderung wird ins Jahr 2027 geholt: Software-as-a-Service-,
Cloud- und KI-Kosten werden förderfähig, ohne realitätsfremde
Aktivierungspflichten. Onlineshops und digitale Vertriebskanäle werden
berücksichtigt. Ein Schwerpunkt auf Cybersicherheit und ein unbürokratisches
Schnellmodul unterstützen insbesondere Kleinstbetriebe.

Start-ups sollen sich unbürokratisch ansiedeln können, damit auch
Absolvent:innen von Universität, Fachhochschulen und MCI in Tirol bleiben.
Hierfür wollen wir ein Gründerzentrum in Innsbruck etablieren, das alle
Stakeholder an einem Ort bündelt. Eine Nachfolge-Offensive mit Übergabebörse,
Beratungsscheck und passenden Finanzierungsinstrumenten sichert bestehende
Betriebe und Arbeitsplätze. Mitarbeiterwohnen wird über eine eigene Widmungs-
und Förderschiene für alle Branchen geöffnet, nicht nur für den Tourismus.
Leerstehende Gewerbeflächen werden über Kooperationen zwischen öffentlicher Hand
und Privaten aktiviert.

Fachkräfte durch Bildung und Offenheit

Ein Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung hält insbesondere Frauen als
qualifizierte Fachkräfte im Beruf. Bildungsscheck, duale Ausbildung, moderne
Berufsschulen und neue digitale Lehrberufe sichern Qualifikation im Inland.
Internationale Fachkräfte und ihre Familien erhalten durch den International
Welcome Service Tirol Unterstützung bei Wohnen, Kinderbetreuung und
Behördenwegen. Englisch wird als zusätzliche Amtssprache in Behörden angeboten,
damit notwendige Verfahren nicht an vermeidbaren Sprachhürden scheitern.

Flughafen Innsbruck

Der Flughafen ist eine wichtige Stütze für unseren Wirtschaftsstandort und
bietet der Tiroler Bevölkerung einen echten Mehrwert. Der Flughafen Salzburg
zeigt, dass auch kleinere Flughäfen gut wirtschaften und attraktive
Flugverbindungen anbieten können. Es benötigt aber kein Steuergeld, um
unrentable Strecken künstlich am Leben zu erhalten, sondern ein neues
Qualitätsmanagement, um attraktive Verbindungen nach Innsbruck zu holen.

Tourismus mit Rückhalt und Zukunft

Der Tourismus bleibt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Tirol. Dauerhaft
erfolgreich ist er nur, wenn auch die Bevölkerung profitiert. Wir stärken den
ländlichen Tourismus, schaffen Perspektiven gegen Abwanderung und setzen auf
Ganzjahresarbeitsplätze, etwa durch ein 10+2-Beschäftigungsmodell. Das Programm
sieht eine Unterstützung für Betriebe vor, die ihre Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter zehn Monate im Jahr beschäftigen. Statt die Belegschaft die
restlichen zwei Monate arbeitslos zu melden, übernimmt der Betrieb die
Lohnkosten und das Land Tirol für diese zwei Monate die Sozialabgaben und
Steuern. Damit stellen wir sicher, dass diese Personen nicht nur das ganze Jahr
beschäftigt sind, sondern vor allem auch eine dementsprechende Altersvorsorge
aufbauen können. Große Tourismusprojekte werden nicht über die Köpfe der
Menschen hinweg entschieden; Bürger:innen werden verpflichtend eingebunden.

Symbolische Bettenobergrenzen ersetzen wir durch eine auslastungs – und
qualitätsbasierte Steuerung. Das Ziel ist eine höhere Wertschöpfung statt
Nächtigungsrekorde. Beim Bau und der Widmung von neuen Hotelbetrieben muss
darauf geachtet werden, dass sowohl die Bevölkerung diese Entwicklung mitträgt,
sowie die Infrastruktur dafür vorhanden ist. Bestand geht vor grüner Wiese:
Sanierung, Übernahme und Betriebsnachfolge sollen vor Neubau forciert werden.
Kalte Betten werden mobilisiert, Saisonier-Kontingente bedarfsgerecht angepasst.

Weniger Förderungen, bessere Rahmenbedingungen

Wir bauen Bürokratie ab, statt einzelne Betriebe dauerhaft zu subventionieren.
Wirtschaftsförderungen werden auf Nachhaltigkeit und Wirksamkeit überprüft,
weniger Steuern und Abgaben sollen Betriebe langfristig entlasten. Liberalere
Öffnungszeiten stärken Gastronomie, Handel und touristische Angebote. Die
Tourismusabgabe wird vollständig abgeschafft. An ihre Stelle tritt eine
tirolweit einheitliche Nächtigungsabgabe, ohne regionale Ausnahmen und
Sonderregeln. Das schafft faire Wettbewerbsbedingungen und eine transparentere
Finanzierung der Tourismusverbände.

Tourismusverbände demokratisieren

In den Tourismusverbänden gilt ‘one person, one vote’ statt eines Stimmgewichts
nach Beitragshöhe. Kleinbetriebe erhalten mehr Mitspracherecht. Professionelle
Geschäftsführungen ersetzen politische Strukturen, Doppelgleisigkeiten und
ineffiziente Verbände werden abgebaut. Der Landesrechnungshof erhält wirksame
Kontrollmöglichkeiten. Regionen entwickeln sich strategisch zu starken Marken,
spezialisieren ihre Angebote und nutzen gemeinsame digitale Buchungs- und
Serviceplattformen. Ein ThinkTank Tirol beobachtet Innovationen und
Zukunftstrends.

Skigebiete und Beschneiung mit Hausverstand

Es ergibt keinen Sinn mehr, Skigebiete mit Steuergeld zu fördern, deren
mittelfristiger Betrieb durch den Klimawandel nicht gesichert ist. Bestehende
Skigebiete werden qualitativ gestärkt, statt neue Gebiete zu erschließen.
Sinnvolle Zusammenschlüsse können unterstützt werden und öffentliche Förderungen
für Skigebiete werden weitgehend beendet. Klimafolgen verlangen ehrliche
Strategien, gleichzeitig müssen leistbare Angebote für Einheimische und Familien
erhalten bleiben. Technische Beschneiung wird auf Basis digitaler
Echtzeitfreigaben nach Wetterlage, Wasserverfügbarkeit und ökologischen
Kriterien ermöglicht.

Leistbares Wohnen durch mehr Angebot

Leistbares Wohnen entsteht vor allem durch mehr und günstigeren Wohnraum. Tirol
muss Bauen, Nachverdichten, Sanieren und Renovieren einfacher machen. Neue
Abgaben allein schaffen keine Wohnungen; sie erzeugen oft nur Bürokratie und
Umgehungskonstruktionen.


Günstiger bauen und schneller genehmigen

Wir entrümpeln Bauvorschriften und die Tiroler Bauordnung radikal. Starre
Vorgaben und kostentreibende Standards werden auf Notwendigkeit und
Verhältnismäßigkeit geprüft und gegebenenfalls abgeschafft. Aufstockungen,
Dachbodenausbauten, höhere Baumassen, wo sinnvoll und andere Formen der
Nachverdichtung sollen dort möglich sein, wo Infrastruktur und Ortsbild es
zulassen. Eine eigene Umbauordnung erleichtert Sanierungen und Umnutzungen im
Bestand.

Ein verpflichtender digitaler Bauakt macht Unterlagen, Stellungnahmen und
Fristen für alle Beteiligten sichtbar. Eine Fast Lane beschleunigt einfache und
gut vorbereitete Projekte. Baurechtliche, gewerberechtliche, wasserrechtliche
und naturschutzrechtliche Bewilligungen werden an einer Stelle aus einer Hand
bearbeitet. Innovative, preiswertere Wohnkonzepte sollen auch außerhalb
überholter Normen erprobt werden können.

Wohnbauförderung gezielt einsetzen

Die Wohnbauförderung bleibt ein wichtiges Instrument, darf aber nicht die
Antwort auf jede Preissteigerung sein. Beim Erstkauf soll das Land über eine
Geld-zurück-Lösung bei der Grunderwerbsteuer unterstützen. Um die finanzielle
Belastung durch hohe monatliche Rückzahlungen für Familien zu senken, sollen
durch Umgestaltung der Wohnbauförderung Möglichkeiten für langlaufende Kredite
für Eigentumserwerbs geschaffen werden. Flexible Mietkaufmodelle erleichtern den
schrittweisen Eigentumserwerb. Darlehensrückzahlungen aus der Wohnbauförderung
werden zweckgebunden wieder für sozialen Wohnbau eingesetzt.

Im geförderten Wohnbau stehen Nutzen und Leistbarkeit an erster Stelle. Projekte
müssen kostengünstig und zweckmäßig gebaut werden und dürfen keine
Prestigebauten für Bürgermeister werden. Die Einkommens- und Lebenssituation
wird regelmäßig überprüft, damit geförderte Wohnungen jenen zugutekommen, die
sie tatsächlich brauchen. Wenn sich die finanzielle Situation der Mieter:innen
im Laufe eines Lebens verbessert, muss dieser Umstand auch in geförderten
Wohnungen berücksichtigt werden. Befristete Mietverträge und ein stärkerer Fokus
auf Subjektförderung können Fehlbelegungen reduzieren. Wohnungstausch wird
erleichtert, wenn sich Familiengröße oder Bedürfnisse verändern. Studentisches
Wohnen und Wohnheime werden vor allem in Innsbruck forciert, um den allgemeinen
Wohnungsmarkt zu entlasten.

Raumordnung transparent und überregional denken

Neu- und Umwidmungen schaffen große Werte und müssen deshalb besonders
transparent sein. Widmungsentscheidungen werden zukünftig von einer
übergeordneten Behörde getroffen, um Unabhängigkeit zu garantieren und lokale
Interessenkonflikte zu vermeiden. Raumordnungsverträge erscheinen auf den
Gemeindewebseiten und folgen einheitlichen Regeln. Künstliche Intelligenz kann
Flächenpotenziale, Infrastrukturkosten und Entwicklungsvarianten sichtbar
machen. Die überörtliche Raumordnung wird gestärkt, um brachliegende Flächen zu
nutzen, Ortskerne zu revitalisieren und Zersiedelung zu vermeiden. Bei der
Bebauung und Widmung von Gewerbegebieten braucht es eine intensivere
Zusammenarbeit und gemeinsame Nutzungen zwischen den Gemeinden, bevor Grünland
umgewidmet wird.

Leerstand mobilisieren und Freizeitwohnsitze rechtssicher steuern

Das Tiroler Freizeitwohnsitz- und Leerstandsabgabengesetz wird auf Wirksamkeit
geprüft und grundlegend reformiert. Leerstands- und Baulandmobilisierungsabgaben
sind in ihrer derzeitigen Form Bürokratiemonster ohne ausreichenden
Lenkungseffekt. Wir setzen auf Anreize, ändern hinderliche mietrechtliche Regeln
und bauen Modelle wie Sicheres Vermieten aus.

In einigen Regionen wird das Thema Freizeitwohnsitze sehr emotional diskutiert.
Sie sind aber auch vielerorts ein Wirtschaftsfaktor. Daher fordern wir eine
sachliche und lösungsorientierte Debatte. Es braucht objektive, rechtssichere
und praxistaugliche Kriterien, statt schwer überprüfbarer Merkmale wie den
Mittelpunkt des Lebensinteresses. Die aktuelle Rechtslage macht objektive
Kontrollen schwierig und führt zu langwierigen juristischen
Auseinandersetzungen. Ein wirksames, transparentes Regelungs- und Abgabensystem
soll sich am Verkehrswert orientieren, das heißt, dass teure Luxusimmobilien in
Bestlage auch eine sehr viel höhere Summe zahlen müssen. Einnahmen sollen in der
jeweiligen Gemeinde leistbaren Wohnraum und kommunale Infrastruktur finanzieren.

Gesundheit, Pflege und soziale Sicherheit

Die Tiroler Bevölkerung wird älter, der Bedarf an medizinischer Versorgung,
Pflege und Betreuung steigt von Jahr zu Jahr. Wir wollen ein solidarisches
öffentliches System, das sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, nicht
an zersplitterten Zuständigkeiten zwischen Bund, Land, Gemeinden,
Sozialversicherung und Kammern. Die Reformpartnerschaft darf nicht an
Begehrlichkeiten und Eitelkeiten von Ländern scheitern.


Prävention und wohnortnahe Versorgung

Tirol muss stärker in Gesundheitsförderung und Prävention investieren. Unser
Ziel ist, die Zahl gesunder Lebensjahre zu erhöhen. Niederschwellige,
wohnortnahe Angebote werden flächendeckend ausgebaut. Reihenuntersuchungen in
Kinderkrippen und Kindergärten erkennen gesundheitliche Probleme früh. School
Nurses unterstützen Kinder, Eltern und Schulen. Community Health Nurses und
Acute Community Nurses werden in allen Regionen verfügbar und beim regionalen
Rettungsdienst angesiedelt.

Auch die schulärztliche Versorgung muss wieder verlässlich funktionieren
Schulärzt:innen werden so entlohnt, dass alle Schulen diese wichtige Leistung
anbieten können. Prävention umfasst dabei körperliche und psychische Gesundheit,
Suchtmittelprävention, Ernährungs- und Bewegungsangebote sowie frühe Beratung.
Wer früh hilft, verbessert Lebensqualität und vermeidet später erheblich teurere
Behandlungen und Pflegeleistungen.

Ein Gesundheitssystem aus Sicht der Patientinnen und Patienten

Wir schaffen qualifizierte Primärversorgungszentren und Fachärztezentren, ohne
bestehende und gut funktionierende Strukturen zu benachteiligen. Ärztliche
Zusammenarbeit wird liberalisiert, damit Ordinationen Personal, Räume und
Leistungen flexibler teilen können. Das Bereitschaftsdienstsystem wird unter
Einbindung aller niedergelassenen Ärzt:innen reformiert. Aufgaben der
Sprengelärzte werden in das ärztliche Notdienstsystem integriert. Das entlastet
Gemeinden und verbessert die Versorgung.

Bestehende Strukturen des solidarischen Gesundheitssystems erhalten verlässliche
strukturelle Unterstützung. Der freie und sichere Zugang zu
Schwangerschaftsabbrüchen muss auch in öffentlichen Krankenhäusern weiterhin und
langfristig gewährleistet sein. Medizinische Versorgung darf weder vom Wohnort
noch von persönlichen Beziehungen oder finanziellen Möglichkeiten abhängen.

Im Rettungswesen schafft eine gemeinsame Steuerungsgruppe klare Verantwortung.
Eine Leitstelle mit der Übersicht über alle zur Verfügung stehende Ressourcen
hilft Synergien zu nutzen und kosteneffizient zu arbeiten. Eine Liberalisierung
des Transportwesens schafft die Möglichkeit einer bedarfsgerechten
Bereitstellung von Transporten und gleichzeitig eine Entlastung des
qualifizierten Krankentransports und des Rettungsdienstes.

Pflegeberufe stärken und Versorgung sichern

Das Tiroler Heim- und Pflegeleistungsgesetz wird umfassend überarbeitet.
Personalschlüssel und Rahmendienstpläne müssen der tatsächlichen Belastung
entsprechen. Pflegefachassistent:innen dürfen nicht dauerhaft Aufgaben
übernehmen, die außerhalb ihres vorgesehenen Bereichs liegen. Eine am Skill- und
Grade-Mix orientierte Dienstplanung unterstützt, durch verantwortungsvoll
eingesetzte künstliche Intelligenz, verteilt Kompetenzen sinnvoller und
verbessert die Qualität. Jede Kompetenzerweiterung für Heimhilfe,
Pflegeassistenz, Pflegefachassistenz oder diplomierte Gesundheits- und
Krankenpflege muss mit entsprechender Entlohnung verbunden sein.

Dienstplansicherheit schaffen wir durch Flexipools in allen Pflegeeinrichtungen
und ein professionelles Ausfallsmanagement. Pflegepersonal aus der Praxis wird
vor Entscheidungen verbindlich eingebunden. Die Aufgaben der Pflegefachassistenz
werden aufgewertet, Fachkarrieren wie Advanced Practice Nurses ermöglicht und
Führungskräfte in Pflegeeinrichtungen bestmöglich qualifiziert.

Stationäre Pflegeplätze werden ausgebaut, da die Gesellschaft immer älter wird
und der Bedarf massiv steigen wird. Ehrenamtsstrukturen, Tagespflege in
Gemeinden und neue Berufsfelder ergänzen die professionelle Pflege, gerade weil
Einzelhaushalte zunehmen und familiäre Unterstützung nicht überall verfügbar
ist.
Auch für junge Menschen mit komplexen Behinderungen schaffen wir mehr stationäre
Wohn- und Pflegeplätze. Gemeinden werden bei der Trägerschaft unterstützt, wenn
geeignete Wohnungen bereits vorhanden sind. Persönliche Assistenz wird
ausgebaut, damit Menschen mit Behinderungen selbstbestimmter leben können.
Behindertenhilfe und Teilhabe erhalten eine verlässliche Finanzierung. Die
bestehenden Leistungsansprüche des Tiroler Teilhabegesetzes dürfen nicht
zulasten der Betroffenen eingeschränkt werden.

Ein Sozialstaat, der treffsicher hilft

Die Mindestsicherung wird fair und treffsicher gestaltet und an bundesweite
Regelungen angepasst. Wo es sinnvoll ist, sollen Sozialleistungen auch als
Sachleistungen gewährt werden. Es muss dafür gesorgt werden, dass diejenigen,
die Hilfe wirklich brauchen, tatsächlich eine bekommen. Die Mindestsicherung
darf aber keine Dauerlösung sein und muss so geregelt werden, dass Menschen
diese nicht dauerhaft in Anspruch nehmen.

Eine einzige zentrale Stelle soll Behindertenberatung, Familienleistungen und
weitere soziale Hilfen bündeln, statt unnötige Behördenwege zu produzieren.
Sozialvereine erhalten mehrjährige Verträge statt jährlicher Bittgänge. Kinder-
und Jugendhilfe wird abgesichert und ausgebaut, nicht gekürzt.

Wir stärken Gewaltschutzeinrichtungen und schaffen Hilfsprogramme für junge
Intensivtäter. Schuldnerberatung, Kinderarmutsprävention und
Suchtmittelprävention werden ausreichend finanziert. Housing First,
sozialpädagogische Wohnformen für Jugendliche und ausreichend qualifiziertes
Personal in Einrichtungen für obdachlose Menschen verhindern, dass Krisen zu
dauerhafter Ausgrenzung werden. Hilfe soll früh, verlässlich und ohne unnötige
Hürden bei denen ankommen, die sie wirklich brauchen.

Asylwerber:innen sollen verpflichtet werden können, gemeinnützige Tätigkeiten zu
übernehmen. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf die Integration, sondern
erhöht gleichzeitig die Akzeptanz gegenüber dieser Gruppe innerhalb der
Bevölkerung.

Natur schützen, Energie vernünftig sichern

Tirols Natur- und Kulturlandschaft ist Lebensraum und wirtschaftliche Grundlage
zugleich. Nachhaltige Umweltpolitik verbindet ökologische Verantwortung mit
wirtschaftlicher Vernunft. Wir unterstützen das Ziel der Klimaneutralität bis
2040 und setzen dabei auf Realismus, Technologieoffenheit, Versorgungssicherheit
und transparente Entscheidungen.

Erneuerbare Energie und starke Netze


Der Strombedarf steigt durch Digitalisierung, Elektromobilität und Wärmewende
kontinuierlich an. Tirol braucht deshalb einen Mix aus allen erneuerbaren
Energien, ohne ideologische Einteilung in vermeintlich gute und schlechte
Technologien. Die Energieautonomie wird nur erreicht werden können, wenn
konsequent alle Energiequellen genutzt werden. Wasserkraft bleibt eine zentrale
Säule. Der Ausbau des Kaunertalkraftwerks ist unter Einhaltung sämtlicher
behördlicher Auflagen möglich. Windkraftanlagen sollen dort entstehen, wo sie
sinnvoll und wirkungsvoll sind, etwa an geeigneten, bereits erschlossenen
Standorten in Skigebieten. Die Photovoltaik muss verstärkt forciert werden.
Sowohl auf öffentlichen Gebäuden als auch über bereits versiegelten Flächen, wie
Parkplätzen, müssen Anlagen errichtet werden. Großakkus und andere Speicher
ergänzen das System. Bei der Umsetzung dieser Projekte muss immer die betroffene
Bevölkerung von Anfang an miteingebunden werden und mit ihr auf Augenhöhe
kommuniziert werden.

Der überregionale Ausbau der Stromnetze ist Voraussetzung für
Versorgungssicherheit und die Integration neuer Erzeugungsanlagen. Gleichzeitig
stärken wir die Eigenverantwortung der Kund:innen durch verständliche Tarife,
mehr Transparenz und echten Wettbewerb beim Anbieterwechsel. Energiepolitik darf
nicht nur Ausbauziele verkünden, sondern muss Netze, Speicher, Genehmigungen und
Leistbarkeit gemeinsam denken.

Die TIWAG in öffentlicher Verantwortung

Die TIWAG spielt als landeseigener Energieversorger eine Schlüsselrolle auf dem
Weg zur Energieautonomie. Ihr Auftrag ist nicht nur, die Energiewende
voranzutreiben, sondern die Tiroler Bevölkerung verlässlich mit günstigem Strom
zu versorgen. Dafür braucht es ein modernes Governance-Modell, transparente
Entscheidungen und klare Verantwortung von Vorstand, Aufsichtsrat und Eigentümer
Land Tirol. Großprojekte werden ehrlich, frühzeitig und auf Augenhöhe mit der
Bevölkerung kommuniziert.

Gewinne und Dividenden der TIWAG sollen langfristig gesellschaftlich relevante
Projekte finanzieren, etwa den Ausbau der Kinderbetreuung, statt kurzfristig zur
Stopfung allgemeiner Budgetlöcher verwendet zu werden. Als öffentliches
Unternehmen soll die TIWAG mit innovativen Energieprojekten vorangehen und
zeigen, wie Versorgungssicherheit, Klimaschutz und wirtschaftliche Effizienz
zusammenpassen.

Ein Staat mit Vorbildwirkung und Schutz vor Klimafolgen

Das Land muss beim Umweltschutz selbst vorangehen. Photovoltaikanlagen werden
auf allen geeigneten öffentlichen Gebäuden ausgebaut, neue Landesgebäude
konsequent energieeffizient geplant und die öffentliche E-Ladeinfrastruktur
erweitert. Eine radikal digitalisierte Landesverwaltung reduziert
Papierverbrauch, Wege und Ressourcen.

Tirol allein kann den Klimawandel nicht stoppen, muss sich aber auf seine Folgen
vorbereiten. Hochwasserschutz wird konsequent ausgebaut, öffentliche Plätze und
Gebäude werden durch Begrünung hitzefester.

Landwirtschaft als Unternehmertum

Die Tiroler Landwirtschaft prägt Kulturlandschaft, regionale Versorgung und
Tourismus. Bäuer:innen sind Unternehmerinnen und Unternehmer und sollen nicht
dauerhaft von Förderungen abhängig gemacht werden. Sie brauchen verlässliche
Regeln, unternehmerische Freiheiten und gezielte Unterstützung bei Vermarktung,
Logistik und Bürokratieabbau. Schutzwälder werden konsequent aufgeforstet und
ihre Vielfalt gestärkt. Auf bewirtschafteten Tiroler Almen muss der Schutz von
Nutztieren und Landwirtschaft Vorrang haben. Der Wolf und andere große
Beutegreifer haben in Tirol keinen Platz und müssen unkompliziert entnommen
werden können.

Mobilität ausbauen, Bevölkerung vor Transit schützen

Transitbelastung wirksam reduzieren

Ganz Tirol leidet seit Jahren unter wachsendem Transit. Unser Ziel muss in
erster Linie sein, den Umwegtransit zu bekämpfen. Abfahrverbote, Lkw-Nacht- und
Feiertagsfahrverbote sowie das sektorale Fahrverbot bleiben wichtige
Instrumente. Weil ihre Wirkung allein nicht ausreicht und europarechtliche
Risiken bestehen, ergänzen wir sie durch baulichen Gesundheitsschutz. Moderne
Lärmschutzwände entstehen entlang von Autobahnen, Landesstraßen und Bahnstrecke,
besonders belastete Zonen werden eingehaust. Diese Maßnahmen werden durch
zweckgebundene Mauteinnahmen finanziert. Auch alternative Trassenführungen für
die Brennerautobahn dürfen kein Tabuthema sein.

Mautstellen entlang der Brennerautobahn werden zurückgebaut und vollständig
digitalisiert. Die Kontrolle von Abfahrtsverboten erfolgt digital und effizient.
Das Dieselprivileg wird abgeschafft, die Verlagerung des Güterverkehrs auf die
Schiene konsequent vorangetrieben und der Brennerzulauf gemeinsam mit Bayern
ausgebaut. Tirol wird das Transitproblem nicht im Alleingang lösen. Es braucht
nationale und europäische Zusammenarbeit und Verhandlungen mit unseren Nachbarn,
ansonten stehen wir alleine auf weiter Flur. Wir benötigen Kooperation mit
Europa statt Konfrontation mit unseren Nachbarländern.

Fernpass: Entscheidungen mit der Bevölkerung

Das beschlossene Fernpasspaket wird von großen Teilen der Bevölkerung nicht
mitgetragen. Wir fordern daher einen sofortigen Stopp der Baumaßnahmen, eine
unabhängige Prüfung der Auswirkungen auf das 7,5-Tonnen-Fahrverbot und eine
bindende Volksbefragung. Auf lange Sicht ist eine große Tunnellösung im Bereich
Gartnerwand die zukunftsfitteste Lösung.

Alltagsmobilität in allen Regionen

Der öffentliche Verkehr wird besonders im ländlichen Raum konsequent ausgebaut.
Mobilitäts-Hubs bündeln Bahn, Bus, Carsharing, E-Scooter und Fahrräder an
gemeinsamen Knoten. Nightliner-Verbindungen ermöglichen jungen Menschen sichere
Mobilität auch in der Freizeit. Das Radwegenetz wird modernisiert und besser mit
europäischen Radrouten verbunden. E-Ladekapazitäten wachsen bedarfsgerecht in
ganz Tirol. Innovative Lösungen wie Stadtseilbahnen werden dort umgesetzt, wo
sie bestehende Systeme sinnvoll ergänzen und einen echten Verkehrsnutzen
bringen.

Sport, Vereine und Kultur

Tirol lebt von Vereinen, Ehrenamt und einer vielfältigen Sportlandschaft. Das
Tiroler Veranstaltungsgesetz wird entbürokratisiert, damit Veranstaltungen und
Vereinsfeste leichter durchführbar sind. Sportförderungen erhalten klare,
nachvollziehbare Richtlinien und messbare Ziele. Wir investieren in nachhaltige
Infrastruktur statt in einzelne Prestigeprojekte und öffnen Schulsportstätten
auch außerhalb der Unterrichtszeiten für Vereine und Bevölkerung.

Der Bädertopf braucht eine klare Strategie statt eines reinen ‚First-come-first-
serve-Prinzips‘ und soll auch für Freischwimmbäder zugänglich gemacht werden.
Gemeindekooperationen und regionale Zusammenarbeit zwischen Vereinen vermeiden
teure Doppelstrukturen, ohne gewachsene Identitäten zu zerstören. Förderungen
sollen Zusammenarbeit belohnen und den Zugang zu Sport für Kinder, Familien und
ältere Menschen sichern.

In der Kultur schaffen wir eine faire Balance zwischen Hochkultur, regionalen
Einrichtungen, freier Szene, Subkultur und Klubkultur. Förderungen werden
transparent vergeben und durch mehrjährige Verträge planbar. Das
Veranstaltungsgesetz wird auch für Kulturvereine vereinfacht.

Leerstehende Gewerbeflächen können vorübergehend als Orte für Ateliers,
Proberäume, Clubs und Subkultur genutzt werden und zugleich Ortskerne beleben.

Generationen verbinden und Familien entlasten

Jugend stärken und Freiräume schaffen


Junge Menschen brauchen Perspektiven, Freiräume und echte Mitbestimmung. Wir
setzen uns für ein bundesweit einheitliches Jugendgesetz ein, das Prävention
stärker gewichtet als Strafen. Das Tiroler Veranstaltungsgesetz wird so
reformiert, dass junge Menschen leichter eigene Veranstaltungen organisieren
können. Eine Beratungsstelle unterstützt sie bei Bewilligungen, Sicherheit und
Finanzierung. Jugendzentren, konsumfreie Räume und begrünte Aufenthaltsorte
werden ausgebaut. Clubkultur und Nightlife sind Teil eines lebendigen Tirols und
verdienen verlässliche Rahmenbedingungen, die den Bedürfnissen der jungen
Generation gerecht werden.

Frauentaxis werden ausgeweitet, um sichere Heimwege zu ermöglichen.
Flächendeckendes WLAN ist ein zentraler Baustein moderner Gemeinden und Smart-
City-Konzepte. Mit einem Jugendlandtag schaffen wir ein echtes
Mitbestimmungsformat, in dem junge Menschen nicht nur symbolisch angehört
werden, sondern konkrete Vorschläge in die Landespolitik einbringen.

Würdevolles Altern und digitale Teilhabe

In einer immer digitaler werdenden Gesellschaft brauchen ältere Menschen oft
mehr Zeit, um sich zurecht zu finden. Computerias und vergleichbare Bildungsorte
werden flächendeckend ausgebaut und Teil einer Bildungs- und
Digitalisierungsoffensive für die Generation 50+. Ältere Menschen sollen
digitale Behördenwege, Kommunikation und Sicherheitsfragen selbstbewusst
bewältigen können. Barrierefreier öffentlicher Verkehr und soziale Projekte
gegen Einsamkeit sichern Mobilität und Teilhabe in allen Regionen.

Familien in ihrer Vielfalt unterstützen

Familien sind das Fundament einer funktionierenden Gesellschaft - unabhängig
davon, ob sie dem klassischen Vater-Mutter-Kind-Modell entsprechen.
Flächendeckende und qualitätsvolle Kinderbetreuung gibt Eltern echte
Wahlfreiheit und ist die wichtigste Entlastung im Alltag. Schulstarthilfe wird
gezielt als Sachleistung gewährt, damit Unterstützung bei den Kindern ankommt.
Erziehungsberatung wird ausgebaut, leistbare Schwimm- und Skikurse sowie faire
Einheimischentarife ermöglichen gemeinsame Freizeit.

Unser Versprechen

Wir NEOS werden Tirol nicht verwalten, wie es immer verwaltet wurde. Wir werden
Chancen bieten und durch mutige und neue Wege den Tirolerinnen und Tirolern ein
selbstbestimmtes Leben mit Eigenverantwortung ermöglichen. Ein starkes
Bildungsland, ein transparenter Staat und eine freie, innovative Wirtschaft sind
die Grundlage für sozialen Zusammenhalt, leistbares Leben und eine Zukunft für
alle.


Unser Ziel ist ein Tirol, das Kindern Flügel verleiht, Familien Sicherheit gibt
und Leistung ermöglicht. Ein Tirol, in dem öffentliche Institutionen das
Vertrauen der Menschen durch Transparenz verdienen, Politik mit Anstand
betrieben wird, Betriebe ihre Ideen verwirklichen können und Hilfe dort ankommt,
wo sie gebraucht wird. Wir setzen auf Mut zu Reformen, Respekt vor
Eigenverantwortung und den festen Glauben daran, dass Tirol mehr kann.

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